Tresor Berlin von innen: Bilder, Videos und die Geschichte des Clubs

Tresor Berlin von innen: seltene Fotos und Videos aus dem Vault, die Geschichte von der Leipziger Straße bis ins Kraftwerk, Tür, Eintritt, Tresor vs Berghain.

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Tresor ist der Club, der Berlin zur Techno-Stadt gemacht hat, und fast all seine 35 Jahre lang war es kaum leichter, einen Blick hineinzuwerfen, als ins Berghain. An der Tür werden die Handykameras abgeklebt, der Vault-Floor ist bewusst dunkel, und einen schicken Fotofeed hat der Club nie betrieben. Was es gibt, ist verstreut: eine Handvoll lizenzierter Fotos, ein paar Rundgang-Videos, eine offizielle Doku und ein Film von Resident Advisor. Hier zeigen wir dir den Tresor Berlin von innen: Wir haben alles gesammelt, erklären, wie die einzelnen Räume wirklich aussehen, und erzählen, wie der Club vom Banktresor unter einem ausgebombten Kaufhaus in ein Kraftwerk kam. Das ist der dritte Teil unserer Berlin-Serie, nach Fotos und Videos aus dem Berghain von innen und KitKatClub von innen.

Warum es so wenige Fotos aus dem Tresor gibt

Wie fast jeder ernstzunehmende Berliner Club erlaubt auch der Tresor keine Fotos auf dem Dancefloor, und die Kameras werden meist schon an der Garderobe mit einem Sticker abgeklebt. Die Regel ist älter als die des Berghain: In den 1990ern war der Original-Tresor so dunkel und so voller Nebel, dass Fotos ohnehin kaum etwas wurden, weshalb die wenigen erhaltenen Bilder aus der Leipziger Straße wie Standbilder aus einem Horrorfilm aussehen. Im Kraftwerk, seinem Zuhause seit 2007, wird der Vault-Floor noch immer fast nur von Stroboskop und ein paar roten Glühbirnen beleuchtet, der Globus-Floor oben ist nur wenig heller, und der Tunnel zwischen Eingang und Floors ist reines Stroboskop. Die Fotos unten haben Presse und Besucher mit Erlaubnis gemacht und unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht; geleakte Handyaufnahmen haben wir nicht verwendet.

Tresor Berlin von innen: die Fotos

Das DJ-Pult und die Stahlgitter auf dem Vault-Floor des Tresor in Berlin
Der Vault-Floor im Kraftwerk: Das DJ-Pult steht hinter den Stahlgittern, die aus dem ursprünglichen Banktresor mitgenommen wurden. Foto: Angie Linder, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Das ist das Bild, das alle meinen, wenn sie Tresor sagen. Die Stahlgitter vor dem DJ-Pult stammen aus dem Schließfachraum des alten Kaufhauses Wertheim, in dem der Club 1991 eröffnete, und wurden 2007 im Keller des Kraftwerks wieder eingebaut. Das Pult ist niedrig, die Decke ist niedrig, und die Crowd steht einen Meter vom DJ entfernt, nur die Gitter dazwischen.

Ein DJ legt im roten Licht im Tresor Berlin Vinyl auf
Rotes Licht, Nebel und Vinyl: So sieht der Vault-Floor fast die ganze Nacht über aus. Foto: Angie Linder, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Die Haupthalle des Kraftwerk Berlin, des ehemaligen Kraftwerks, in dem der Tresor sitzt, in violettem Licht
Die Haupthalle des Kraftwerk Berlin, die ehemalige Turbinenhalle über dem Club, bei einem Event im Jahr 2017. Foto: MakeMagazinDE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Tresor belegt Keller und Erdgeschoss des Kraftwerks; die riesige Halle darüber ist eine eigene Location, genutzt für Berlin Atonal, die Jubiläumsfestivals des Tresor, Kunstinstallationen und Konzerte. Wenn jemand spektakuläre Fotos von Betonsäulen und 20 Meter hohen Decken postet und Tresor darunterschreibt, ist dieser Raum gemeint. Der Club selbst ist viel kleiner, dunkler und niedriger.

Der Original-Eingang des Tresor in der Leipziger Straße im Jahr 2003 mit einem Plakat „Tresor never sleeps“
Tresor Berlin früher: der Original-Tresor in der Leipziger Straße 126a im Jahr 2003, zwei Jahre vor der Schließung. Heute steht dort ein Bürogebäude. Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei
Das Kraftwerk Berlin, Heimat des Tresor, nachts blau beleuchtet an der Köpenicker Straße
Das Kraftwerk Berlin an der Köpenicker Straße bei Nacht. Der Clubeingang liegt zur Straße hin, die Halle dahinter. Foto: valakirka, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Videos aus dem Tresor Club Berlin

Ein kurzer Rundgang von 2018, der mehr als eine Million Mal angesehen wurde, ist der beste schnelle Blick auf den Tunnel, den Vault und den Globus-Floor.

Für den Sound: ein Live-Set, aufgenommen im Dezember 2014 auf dem Vault-Floor.

Die Dokus, die hinter die Tür geschaut haben

Sub Berlin: The Story of Tresor (2008, Regie: Tilmann Künzel) ist die offizielle Geschichte des Clubs, mit Aufnahmen aus den Jahren in der Leipziger Straße, die es sonst nirgends gibt, Interviews mit Dimitri Hegemann und den Artists aus Detroit und Berlin, die im Vault gespielt haben, und dem Weg ins Kraftwerk. 2023 hat der Club den kompletten Film auf seinem eigenen Kanal veröffentlicht.

Tresor: A Story of Survival ist der Kurzfilm von Resident Advisor aus dem Jahr 2023 darüber, wie sich der Club seit mehr als drei Jahrzehnten hält, mit Aufnahmen aus dem Inneren des Kraftwerks.

Tresor Berlin Geschichte: vom Banktresor ins Kraftwerk

1991: ein Banktresor unter einem ausgebombten Kaufhaus

Im März 1991, fünf Monate nach der Wiedervereinigung, eröffneten Dimitri Hegemann und seine Partner vom UFO-Club den Tresor im Schließfachtresor des ehemaligen Kaufhauses Wertheim an der Leipziger Straße, ein paar hundert Meter von der Stelle entfernt, an der die Mauer gestanden hatte. Der Tresor hatte noch seine Stahltüren, seine Reihen von Schließfächern und so gut wie keine Lüftung. Artists aus Detroit wie Jeff Mills, Blake Baxter und der Kreis um Underground Resistance gehörten zu den ersten Gästen, und das im selben Jahr gegründete Label Tresor Records veröffentlichte die Detroit-Berlin-Platten, die der Stadt ihren Sound gaben. Die ganze Geschichte dieser Achse liest du in Was ist Techno-Musik? und auf unserer Labelseite zu Tresor Records.

2005: das Aus

Das Grundstück wurde zur Neubebauung verkauft, und der Tresor schloss im April 2005 nach einem letzten Wochenende, über das bis heute gesprochen wird. Die Stahlgitter und Teile des Tresors wurden ausgebaut und für ein künftiges Zuhause eingelagert.

2007: Tresor im Kraftwerk

Am 24. Mai 2007 eröffnete der Tresor neu im ehemaligen Heizkraftwerk Mitte an der Köpenicker Straße, einem Betonmonolithen aus den 1960ern, der seit Ende der 1990er leer gestanden hatte. Der Club baute im Keller einen neuen Vault rund um die alten Gitter, ergänzte im Erdgeschoss den Globus-Floor für House und langsameren Techno, die +4Bar als dritten Raum und den Tunnel, der alles verbindet. Die oberen Etagen wurden zum Kraftwerk Berlin, einer Halle für Atonal, Ausstellungen und 2021 das Jubiläumsprogramm Tresor 30. Das OHM, ein kleiner Club im ehemaligen Batterieraum, eröffnete 2013 im selben Gebäude.

2026

Der Tresor öffnet weiterhin in den meisten Wochen mittwochs, freitags und samstags und ist einer der wenigen Clubs aus den 1990ern, die Berlins Welle von Clubschließungen überstanden haben, über die wir in der Studie der Clubcommission 2026 berichtet haben. Hegemann, inzwischen in den Siebzigern, ist noch immer der Besitzer und spricht nach wie vor davon, einen Tresor in Detroit zu eröffnen.

Eine Nacht im Tresor: wie es wirklich ist

  • Tür und Dresscode: strenger als in einer Touristenbar, viel lockerer als im Berghain. Dunkle Klamotten, eine normale Haltung und keine großen Gruppen: Damit kommen die meisten rein. Samstags ab 1 Uhr ist die Schlange lang, mittwochs kurz.
  • Eintritt: meist irgendwo zwischen 10 und 20 Euro, je nach Nacht und Lineup; schau vorher ins Programm des Clubs.
  • Der Tunnel: das Erste, was du siehst, ein langer, von Stroboskop zerhackter Gang zwischen Eingang und Floors. Er wurde gebaut, um zu desorientieren, und genau das tut er.
  • Tresor-Floor: der Vault. Niedrig, dunkel, laut, schnell. Harter, industrieller und Detroit-lastiger Techno, die Residents und die Legenden-Bookings. Hier stehen die Gitter.
  • Globus: oben, heller, House und groovigerer Techno. Hier landest du, wenn dir der Vault zu viel wird.
  • +4Bar: der Chill-out-Bereich, ruhiger, mit eigenem kleinen Programm.
  • Timing: Einlass gegen Mitternacht, Peak ab 3 Uhr, am Wochenende Schluss erst am späten Vormittag.

Tresor vs Berghain

TresorBerghain
Eröffnet1991 (seit 2007 im Kraftwerk)2004
GebäudeEhemaliges Kraftwerk, MitteEhemaliges Kraftwerk, Friedrichshain
TürSelektiv, aber fairBerüchtigt unberechenbar
FotosKamera wird an der Tür abgeklebtKamera wird an der Tür abgeklebt
SoundHart, Detroit, IndustrialTechno im Berghain, House in der Panorama Bar
NächteMeist Mi, Fr, SaFr, Sa bis in den Montag
Ideal fürGeschichte und Legenden an den DecksDen Marathon

Wenn es dir ums Berghain geht, lies wie du ins Berghain reinkommst. Wenn du Berlins andere Clubs kennenlernen willst, findest du sie in unseren besten Techno-Clubs in Berlin.

Tresor Club Berlin: häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf man im Tresor fotografieren?

Nein. Handykameras werden an der Tür abgeklebt, und auf den Floors ist Fotografieren verboten. Die Fotos auf dieser Seite sind lizenzierte Presse- und Besucherbilder, veröffentlicht auf Wikimedia Commons.

Wo ist der Tresor Club in Berlin?

Köpenicker Straße 70, 10179 Berlin, im Gebäude des Kraftwerk Berlin zwischen Mitte und Kreuzberg. Die nächste Station ist Heinrich-Heine-Straße an der U8.

Tresor und Kraftwerk: Ist das dasselbe?

Gleiches Gebäude, verschiedene Locations. Der Tresor ist der Club in Keller und Erdgeschoss; das Kraftwerk Berlin ist die Halle darüber, genutzt für Festivals, Ausstellungen und Konzerte.

Hat der Tresor 2026 noch geöffnet?

Ja, meist an drei Nächten pro Woche, und Tresor Records sowie das Programm Tresor 30 laufen weiterhin aus demselben Gebäude.

Welche Musik läuft im Tresor?

Auf dem Vault-Floor Techno in der Tradition von Detroit und Berlin, an manchen Nächten mit härteren und industriellen Bookings; im Globus House und langsamerer Techno.

Tresor Berlin früher: Was wurde aus dem Original in der Leipziger Straße?

Er schloss im April 2005, das Gelände wurde neu bebaut. Die Gitter und Teile des Tresors kamen ins Kraftwerk.

Die TA-Sicht

Das Berghain hat den Mythos, aber der Tresor ist der Grund, warum Berlin überhaupt eine Technoszene hat. Im Tresor an der Leipziger Straße trafen 1991 Detroit und Ost-Berlin aufeinander, und die Gitter, die damals zwischen Jeff Mills und der Crowd standen, stehen heute zwischen dem Resident des Abends und der Crowd. Er ist weniger Tortur als das Berghain, und genau deshalb sollten alle, die zum ersten Mal kommen, hier anfangen: Du kommst rein, du hörst die Musik, auf der die Stadt gebaut ist, und du verstehst, was der Rest von Berlin nachahmt. Geh an einem Mittwoch hin, wenn du den Raum für dich haben willst.

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